Kyphoplastie: Weniger Schmerzen, bessere Beweglichkeit
Wirbelkörperbrüche stellen häufig das erste Ereignis dar, dass zur Diagnose Osteoporose führt. Sie sind nicht nur mit für das "Kleinerwerden" und "Krummwerden" bei älteren Menschen mit Osteoporose verantwortlich, sondern können schnell oder erst nach Monaten oder gar Jahren zu ganz erheblichen Schmerzen führen.
Neben der etablierten konservativen, medikamentösen und physikalischen Therapie steht heute für viele dieser Fälle ein effektives Verfahren zur Verfügung, das Patienten schmerzfrei leben lässt und ihnen die verlorene Mobilität zurückgeben kann - die Kyphoplastie.
Das Verfahren der Kyphoplastie ist ein wenig belastender operativer Eingriff in "Schlüssellochtechnik", über sehr kleine Hautschnitte.
Eine Kanüle mit einem Ballon wird unter Röntgenkontrolle in den gebrochenen Wirbel vorgeschoben. Der mit röntgenkontrastmittelhaltiger Flüssigkeit aufgepumpte Ballon weitet den Wirbelkörper zu einem Hohlraum aus, der mit speziellem Zement gefüllt wird. Der Wirbel wird auf diese Weise stabilisiert und erlangt einen Teil seiner ursprünglichen Form und Stabilität zurück.
Der Druck auf die Nerven entfällt, was meist schon am Operationstag zu einer erheblichen Linderung der Schmerzen führt. Auf diese Weise lässt sich eine eingeknickte Wirbelsäule wieder aufrichten.
Bei jüngeren Patienten wird ein sogenannter Biozement verwendet. Er besteht aus Hydroxylapatit, einer Substanz, die das Knochenwachstum stimuliert. Er wird von neu gebildeten Blutgefäßen durchwachsen, um die sich Knochengewebe bildet.
Wissenschaftliche Laboruntersuchungen deuten darauf hin, dass der Biozement nach einigen Jahren vollständig durch eigenes Knochengewebe des Patienten ersetzt wird.
Ältere Patienten werden mit nichtresorbierbarem Zement (Polymethyl- methacrylat) behandelt, da dies zumeist schneller zu gewünschten Ergebnissen führt.
Laut Studie sind 30 Prozent der behandelten Patienten anschließend völlig schmerzfrei. Bei 60 Prozent konnten die Schmerzen erheblich gelindert werden. Belastende Schmerzmedikamente konnten abgesetzt oder deutlich reduziert werden.
Zudem treten neue Wirbelkörperbrüche um 50 Prozent weniger häufig auf als bei nicht behandelten Kontrollpatienten, obwohl alle Patienten wegen ihrer Osteoporose eine optimale medikamentöse Therapie erhielten. Offenbar können erhöhte Beweglichkeit und kräftigere Knochen den Patienten vor neuen Brüchen bewahren.
Eine Kyphoplastie ist jedoch nur sinnvoll, wenn die Schmerzen eindeutig auf den Wirbelköperbruch zurückzuführen sind.
